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Rezensionen juristischer Literatur

Münchener Kommentar HGB: Bilanzrecht

Münchener Kommentar Handelsgesetzbuch, Band 4, Bilanzrecht, §§ 238 – 342 r HGB, 5. Aufl., 2024

 

Eine Rezension zu:

Abbildung von Münchener Kommentar zum Handelsgesetzbuch: HGB, Band 4: Drittes Buch. Handelsbücher §§ 238-342r HGB | 5. Auflage | 2024 | beck-shop.de

Münchener Kommentar

Handelsgesetzbuch

Bilanzrecht

§§ 238 – 342 r HGB

5.Auflage

herausgegeben von Karsten Schmidt und Werner F. Ebke

 Redaktor: Werner F. Ebke

Buch. Hardcover (In Leinen)

München: C.H.Beck (in Gemeinschaft mit Vahlen), 2024, XLIII, 2995 S., 379,00 Euro inkl. MwSt.

ISBN 978-3-406-75844-7

www.beck-shop.de

Das Bilanzrecht ist eines der dynamischsten Gebiete des Handels- und Wirtschaftsrecht und eng mit bilanzsteuerlichen Strukturen verbunden. Die vierte Auflage dieses Bandes erschien im Jahr 2020 und seither hat sich das Bilanzrecht erneut erheblich verändert, so dass der Band nahezu komplett neu verfasst werden musste. Rechnungslegung, Abschlussprüfung und Publizität stellen die Schwerpunkte der Neubearbeitung dar. Sie beziehen sich zwar im Kern auf das HGB, arbeiten aber auch die unionsrechtlichen Vorgaben heraus und stellen den Kontext zu internationalen Entwicklungen in zentralen Punkten eingehend dar.

Der neue Band 4 kommentiert die Vorschriften über die Handelsbücher, §§ 238-342e HGB. Entsprechend den Anforderungen von Praxis und Wissenschaft liegen die Schwerpunkte auf dem Recht der Rechnungslegung, der Abschlussprüfung und der Publizität. Die Kommentierung zeigt die Abweichungen zwischen Bilanzierung nach HGB und IAS/IFRS auf und bezieht die internationalen Regeln auch bei der Auslegung der nationalen Vorschriften ein. Damit läßt sich mit dieser Kommentierung auch ein Systemwechsel zu IAS/IFRS begleiten. Allerdings hatte bereits das BilModG die Vorschriften des HGB für die Rechnungslegung an die International Financial Reporting Standards (IFRS) herangeführt und die Unterschiede zwischen handelsrechtlicher Rechnungslegung und steuerlicher Gewinnermittlung durch die Streichung der umgekehrten Maßgeblichkeit neu geregelt. Die weiteren Entwicklungen in diesem Bereich sind Gegenstand der Erläuterung dieser Bereiche. Das deutsche Recht des HGB beschreitet einen eigenen Weg zwischen traditionellem HGB, IFRS und EStG. Die Änderungen durch das BilRUG sind in den Erläuterungen klar erläutert, besonders für den Konzernabschluss mit Anhang.
In diesem Bereich haben sich erhebliche Veränderungen ergeben, auf die in den Erläuterung prägnant eingegangen wird, etwa bei den Umsatzerlösen, beim Wegfall des gesonderten Ausweises von außerordentlichen Aufwendungen und Erträgen in der Gewinn- und Verlustrechnung nach § 275 HGB, eines entgeltlich erworbenen Firmen- oder Geschäftswertes in § 253 HGB und etwa bei der Zurechenbarkeit von Anschaffungspreisminderungen in § 255 HGB. Dies zeigt, dass die Änderungen sehr ins Detail gehen und die Erläuterungen dafür sorgen, dass die Praxis diese Änderungen beherrschen kann.
Im täglichen Bemühen um Rechtsfindung, Rechtsgestaltung und Rechtbehalten ist dieser erstklassige Großkommentar zum Handelsrecht eine wertvolle Hilfe. Umfassende Informationen bietet das Werk auch zu den handelsrechtlichen Neben- und Spezialgebieten, wie zu den Themen Bankrecht, Transportrecht und Recht der Personengesellschaften.
Der aktuelle Band 4 behandelt mit seiner Kommentierung das Bilanzrecht des HGB. Dabei finden sich auch Hinweise auf abweichende Regelungen im Rahmen der IAS/IFRS.
Die Neuauflage bietet umfangreiche Ergänzungen im Bereich des Bilanzrechts (§§ 238–342a HGB). Dieser Band kommentiert die aktuellen Entwicklungen seit der Vorauflage in den Bereichen Rechnungslegung, Jahresabschlussprüfung und Publizität. Dabei werden die Veränderungen auf nationaler, europäischer und internationaler Ebene mit einbezogen. Vertieft eingegangen wird auf die Veränderungen bei den Abschlussprüfungsstandards. Schwerpunkte liegen bei den Berichtspflichten, die ständig zunehmen, so im Bereich der Nachhaltigkeit.
Weitere Änderungen haben sich bei der Konzernrechnungslegung ergeben, etwa bei der Verpflichtung zur Aufstellung von Konzernabschlüssen von deutschen Teilkonzernen ausländischer Mutterunternehmen bei gleichzeitiger Anhebung der Größenkriterien in § 267 HGB. Diese Änderung hat zur Folge, dass ca. 7.000 mittelgroße Unternehmen seither als klein einzustufen sind. Auch bei der befreienden Wirkung von Konzernabschlüssen in §§ 291, 292 HGB haben sich erhebliche Änderungen ergeben, auf die die Erläuterungen detailliert eingehen.
Die Änderungen der §§ 289 b – 289 f, 315 b und 315 c HGB haben dazu geführt, dass bestimmte Großunternehmen ihre Lageberichte um nichtfinanzielle Erklärungen ergänzen müssen, die Themen wie Umwelt-, Arbeitnehmer- und Sozialbelange betreffen, aber auch Maßnahmen zur Umsetzung der Menschenrechte und zur Bekämpfung von Korruption, was den Anwendungsbereich der Compliance weiter ausgedehnt hat.  Die weiteren relevanten Änderungen sind alle in dem sehr informativen Vorwort dargestellt, so dass dieses Vorwort auch als Leitfaden zum Nachvollzug der Gesetzesänderungen aktiv genutzt werden kann.
Eingearbeitet sind u.a. das
  • FISG
  • Gesetz zur Umsetzung der RL (EU) 2021/2101 hinsichtlich der Offenlegung von Ertragssteuerinformationen durch best. Unternehmen und Zweigniederlassungen
  • DiRUG
  • Abschlussprüferaufsichtsreformgesetz
  • und weitere Gesetzesänderungen.

Die neue Auflage zeigt alle Fortentwicklungen und die geänderten Anforderungen auf. Die Erläuterungen sind interdisziplinär angelegt und verknüpfen bilanzrechtliche Aspekte mit betriebswirtschaftlichen und steuerrechtlichen Aspekten, die insbesondere auch den steuerlichen Experten, Wirtschaftsprüfer und Steuerberater ansprechen.

Die umfangreiche Kommentierung gibt Wissenschaft und Praxis des Bilanzrechts nicht zuletzt wegen der Detaildichte der Kommentierungen entscheidende Impulse.

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