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Rezensionen juristischer Literatur

COVID19 und Sport

Fischinger/Orth, COVID19 und Sport, Erstauflage, 2021, C.H.Beck

Eine Rezension zu:

Abbildung von Fischinger / Orth | COVID-19 und Sport | 1. Auflage | 2021 | beck-shop.de

Philipp S. Fischinger/Jan. F. Orth (Hrsg.)

COVID19 und Sport

Verträge und Regelwerke krisenfest gestalten

 Handbuch

Erstauflage

München: C.H.Beck, 2021, Buch, XIX, 219 S., Hardcover (in Leinen), 99,00 Euro inkl. MWSt.

ISBN 978-3-406-77015-9

 www.beck-shop.de

Es liegt auf der Hand, dass die COVID19-Krise den Sportbereich, wie fast alle anderen Branchen auch, erheblich beeinträchtigt, insbesondere indem Einnahmen wegfallen. Im Profi-Bereich zeigt sich dies etwa an Fußballspielen vor leeren Stadien mit Wegfall der Dauerkartengeschäfts, die sich mit Übertragungsrechten nicht kompensieren lassen, wobei die Kosten aufgrun der Hygiene-Konzepte sogar noch weiter gestiegen sind. Das neue Handbuch geht in einer prägnanten Darstellungsform auf alle Einflüsse der COVID19-Krise auf den Sport ein, denen rechtlich begegnet werden sollte.

Besonders im Zentrum der Darstellung stehen folgende Schwerpunkte:
  • Auswirkung der Saisonunterbrechung auf die TV-Vermarktungsrechte
  • Rückgabe bereits gekaufter Eintrittstickets/Abonnements beim Ausschluss der Zuschauer
  • Auswirkung der Verlängerung der Spielzeiten auf die Laufzeiten von Arbeitsverträgen
  • verbandsrechtliche Entscheidungsmöglich­keiten und Anforderungen an die Gestaltung der Verbandsrechte
  • Versicherbarkeit von Ausfallrisiken.

Die sich hier stellenden Fragen stammen aus sehr unterschiedlichen Rechtsbereichen und stellen eine Querschnittsmaterie dar, da es sich um Fragen aus dem Verbands- und Vereinsrecht, dem Arbeitsrecht, dem Sporteventrecht, dem Bereich des Sponsoring, dem Medienvertragsrecht, dem Bereich der Sportversicherungen und der Krise im Breitensportverein handelt. Das Handbuch ist bewußt praxisorientiert gehalten und konzentriert sich besonders auf vertragsrechtliche Aspekte, für die auch konkrete Klauselvorschläge gemacht werden. Es dabei nicht zuletzt um Risikominimierung durch Änderungen in der Vertragspraxis.

Die Neuerscheinung zielt dabei nicht zuletzt auf die Vorbereitung mögliche weiteren Krisen, indem Lehren aus der Corona-Krise für die Vertrags- und Regelwerksgestaltung gezogen werden. So wird im Bereich des Arbeitsrechts beispielsweise erörtert, wie Arbeitsverträge vorausschauend so gestaltet werden können, dass eventuelle Vergütungsprobleme in der Krise künftig schon nach Möglichkeit rechtssicher im Vertrag gesteuert werden. Mit diese Thematik beschäftigen sich derzeit alle Fußballvereine im Profibereich.

Da auch das Sportrecht auf diese Situationen nicht vorbereitet war, geben die sieben Teile des Bandes Antworten auf die aktuellen Herausforderungen, nachdem zahlreiche Regelungen auf Verbandsebene bereits angepasst wurden. Selbstredend spielen auch der Bereich der Digitalisierung der Sportvermarkung, der Vertrieb der Übertragungsrechte, deren Ausgestaltung, Merchandising und Ticketverkauf unter Nutzung von KI eine erhebliche Rolle in den einzelnen Teilen des Bandes. Dem Inhalt ist eine ausführliche Übersicht vorangestellt, die das Auffinden einer gesuchten Problemlösung erheblich erleichtert. Etwa die Ausführungen im zweiten Teil zum Arbeitsrecht zeigen zeigen sehr konkret, wie die bestehenden Verträge – unter Orientierung am Profibereich – geändert werden sollten, etwa bei den einsatzabhängigen Gestaltungsmodellen, Ausstiegsklauseln, Vergütungsfragen, Anordnung von Kurzarbeit oder Bonusansprüchen.

Das überaus kompakte und sehr flüssig geschriebene Handbuch bietet eine Fülle von Informationen zu allen aktuellen Fragen des Sportrechts unter den Vorzeichen von Pandemien und bietet auch eine interessante Bestandsaufnahme des aktuellen Standes.

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