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Rezensionen juristischer Literatur

Kommentar zum internationalen Erbrecht

Dutta / Weber, Internationales Erbrecht, 2. Aufl., 2021, C.H.Beck

Eine Rezension zu:

Abbildung von Dutta / Weber | Internationales Erbrecht | 2. Auflage | 2021 | beck-shop.de

Anatol Dutta / Johannes Weber (Hrsg.)

Internationales Erbrecht

EuErbVO, Erbrechtliche Staatsverträge, EGBGB, IntErbRVG, IntErbStR, IntSchenkungsR

Kommentar

2. Auflage

München, C.H.Beck, Buch. Hardcover (In Leinen), XV, 773 S., 189,00 Euro

ISBN 978-3-406-74649-9

Das Werk ist Teil der Reihe: Beck’sche Kurz-Kommentare


Der Kommentar erläutert alle relevanten Rechtsgrundlagen, die bei grenzüberschreitenden Erbfällen aus deutscher Sicht von Relevanz sind. Im Zentrum steht eine Kommentierung der EuErbVO mit den deutschen Ausführungsbestimmungen. Darüber hinaus werden alle einschlägigen multilateralen Übereinkommen und bilateralen Abkommen erläutert, die für solche Fälle von Bedeutung sind und die EuErbVO verdrängen können. Dazu zählen auch die erbrechtlichen Restvorschriften des EGBGB. Weiter berücksichtigt wird das internationale Steuer- und Schenkungsrecht mit grenzüberschreitenden steuerlichen Abgrenzungsproblemen.
Erläutert werden alle Rechtsregelungen, die den Nachlass mit Auslandsbezug betreffen. In diesem Rahmen bietet der exzellente Kommentar eine ausführliche, wissenschaftlich fundierte Kommentierung der EuErbVO und zeigt die vielfältigen Auswirkungen auf die Praxis, unter detaillierter Auswertung der ergangenen Rechtsprechung, unter Einschluss der EuGH – Entscheidungen. Die Entwicklung der Rechtsprechung hat zwar viele alte Streitstände entschieden, aber auch neue Probleme aufgeworfen, die Gegenstand der Erläuterungen sind. Unbeschadet dessen wirft die EuErbVO nach wie vor zahlreiche Auslegungsprobleme auf, die eingehend in den Erläuterungen mit Lösungsvorschlägen für eine autonome Auslegung behandelt werden. Eingegangen wird auch auf die Entwicklung der Rechtsprechung zum Europäischen Nachlasszeugnis. Der Kommentar trägt dem Umstand Rechnung, dass die Rechtslage durch die EuErbVO kaum übersichtlicher geworden ist, aber eben deshalb fungiert der Kommentar als eine Art „Kompass“. Dabei wird unter anderen die Wechselwirkung zwischen der EuErbVO und den bilateralen Staatsverträgen untersucht. Die umfangreiche Einleitung gibt einen Überblick über den bestehenden Rechtsrahmen und seine Genese.

Vor diesem Hintergrund ist es unumgänglich, dass bestimmte Regelungen zusätzlich erläutert werden, wie etwa

  • die einschlägigen multilateralen Übereinkommen und bilateralen Abkommen, welche die Verordnung verdrängen,
  • die erbrechtlichen Restvorschriften des EGBGB,
  • Internationales Erbschaftsteuerrecht – Wichtige Handreichung für die Praxis im Dschungel zwischen deutschem internationalen Erbschaftsteuerrecht, vorrangigen Staatsverträgen und Unionsrecht,
  • Internationales Schenkungsrecht – Zuwendungen unter Lebenden und Abgrenzungsfragen, vor allem zur Rom-I-Verordnung.
Hinzuweisen ist auch auf die ausführliche Kommentierung des IntErbRVG, da diese Ausführungsbestimmungen durch das Internationale Erbrechtsverfahrensgesetz (IntErbRVG) vor allem das Europäischen Nachlasszeugnis und die gerichtliche Zuständigkeit bei grenzüberschreitenden Erbsachen betreffen.
Die Neuauflage erscheint fünf Jahre nach der ersten Auflage und bringt den erfolgreichen Kommentar nach einigen Jahren der Anwendung der EuErbVO wieder auf den aktuellsten Stand. Selbstverständlich enthält der Kommentar insoweit auch eine Bestandsaufnahme zum aktuellen Stand der Anwendung insbesondere der EuErbVO. Unzählige Veröffentlichungen zum Thema und eine Reihe aktueller gerichtlicher Entscheidungen und deren praktische Auswirkungen sind eingearbeitet. Der Einleitung und den einzelnen Kommentierungen vorangestellt sind ausführliche Literaturhinweise, die im Text eingehend ausgewertet werden. Die Erläuterungen prägen die weiterführende Diskussion in Wissenschaft und Praxis und prägen sie entscheidend mit. Dies gilt insbesondere für Detailaspekte.

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